Christmas Wonder-Der Glaube an die Liebe

Ausgerechnet kurz vor Weihnachten erwischt Maddy ihren Freund in den Armen einer Anderen. Es zerbricht ihr das Herz und die ganze Weihnachtsstimmung ist hin. Tränen, Liebesfilme, die Couch und Weihnachtsgebäck ist alles, was ihr geblieben ist.
Doch plötzlich kommt da dieser Brief, der Maddy mitteilt, dass sie einen Kurzurlaub in Finnland in der Weihnachtsstadt Santa Claus Holidy Village gewonnen hat. Da wollte sie doch schon immer hin! Das Sonderbare an der Sache jedoch war, Maddy hatte niemals an einem Gewinnspiel teilgenommen! Und auch niemand aus ihrem Bekanntenkreis.
Doch Maddy überlegt nicht lange und entschließt sich, die Reise anzutreten. Unterwegs stößt sie zweimal unter ihr sehr peinlichen Missgeschicken auf einen jungen frechen Kerl, der aber gar nicht so ihr Typ ist. Ausgerechnet ihm, steht sie dann im Resort wieder gegenüber.
Aber man konnte Max und seinem Charm einfach nicht böse sein und gegen einen guten Freund während des Urlaubes ist ja nichts einzuwenden, denkt Maddy, die von Männern erst mal genug hat. Max, der in Finnland lebt, möchte alles versuchen um Maddys Weihnachtsgefühl wieder zurück zu bringen. ...und dabei braucht er die Hilfe des Weihnachtmannes. Eine zauberhafte magische Geschichte um den Glauben an die Liebe, Reue und verzeihen können....die so ganz anders ausgeht, als dass man denkt ;) VÖ Winter 2021

Leseprobe

.....Das war nun schon fast zwei Wochen her. Maddy lag fast nur auf der Couch herum, schaute schnulzige Weihnachtsfilme und soviel Weihnachtsplätzchen wie sie dabei verbrauchte, so schnell kam sie mit dem Backen gar nicht nach. Jetzt biss sie grade kräftig einem Schoko-Weihnachtsmann den Kopf ab und stellte sich vor, es wäre der von Jens. Der Schmerz und die Wut wollten einfach nicht weniger werden, da half auch die Schokolade nicht. Mit mürrischem Gesicht warf sie den Rest des Weihnachtsmannes in die Mülltüte, die neben ihr stand. „Du bist auch männlich, außen süß und innen hohl, weg mir dir!“ Dann stand sie auf und versuchte ein wenig das Chaos um sie herum wegzuräumen. Der Tisch war voll leerer Pizza Schachteln, Schokoriegel Papier, Cola Dosen und auch eine fast leere Flasche Rotwein stand mitten in dem Tohuwabohu..Von den ganzen Plätzchen Krümeln ganz zu schweigen. Maddy, in ihren alten karierten Plüsch Morgenmantel gehüllt, griff zur Flasche um den Rest darinnen noch auszutrinken. „Du bist zu schade für den Ausguss.“ Als sie am Garderoben Spiegel vorbei kam, schaute ihr ein müdes Gesicht mit tiefen Augenrändern entgegen. An Schlaf war kaum zu denken, und wenn, dann war es immer wieder derselbe Alptraum von Jens und seinem Modepüppchen, der Maddy weckte. Alle Weihnachtsstimmung war dahin und am liebsten hätte sie alles wieder ab geschmückt. Aber dafür fehlte ihr viel zu sehr der Antrieb. Ausgerechnet vor Weihnachten muss das alles passieren, dachte sie traurig. Schon als Kind liebte sie diese magische Zeit, wenn sie auch damals, als ihr Vater die Familie verließ, einen großen Knacks bekam. Mit einem Schlag war ihre heile kleine Welt zusammengebrochen. Scheidung! Ihre Eltern hatten ihre Monatelangen Meinungsverschiedenheiten sehr gut vor ihr verstecken können und so merkte die damals Zwölfjährige nichts davon, bis zu dem Tag kurz vor Weihnachten, als ihre Mutter ihr einfach diese Worte hin klatschte: „Vater wird ausziehen, wir lassen uns scheiden!“ Maddy war wie vor den Kopf geschlagen und suchte, wie so viele Scheidungskinder, die Schuld bei sich. Hatte sie was falsch gemacht? Hätte sie sich mehr in der Schule anstrengen sollen? War vielleicht ihr Hobby, das Reiten zu teuer? Viele Jahre dauerte es, bis Maddy alt genug war, um zu verstehen, dass ihre Eltern sich einfach auseinander gelebt hatten. Als ihr Vater ging, gab es längst eine Andere in seinem Leben. Wütend schmiss sie nun die leere Weinflasche in den Mülleimer. „Und Jens musste es ihm gleichtun!“

 

Das Klingeln der Wohnungstür riss sie aus ihren Gedanken. Oh Gott, dachte sie, wer das wohl sein wird? So wie ich aussehe! Sie griff nach dem Gürtel ihre alten Morgenmantels und schloss diesen schnell, fuhr sich mit den Fingern durch ihre Haare, auch wenn da nichts mehr zu retten war, und griff dann zum Türhörer. „Ja, Bitte, wer ist denn da?“ Maddy hörte nur die Motoren der Autos auf der stark befahrenen Straße, bekam aber auch beim zweiten Nachfragen keine Antwort. Schulterzuckend legte sie den Hörer auf und schaute durch den Spion. Kurz schien es ihr als würde sie ein glitzerndes Licht sehen, aber nein, auch vor der Tür stand keiner. Komisch, dachte sie und öffnete die Tür einen winzigen Spalt . Nichts. Sie wollte sich grade umdrehen, als ihr Blick auf ihre Fußmatte fiel. Das lag doch was!

 

Leseprobe

Am nächsten Tag traf sich Maddy zum Shopping mit Tanja. Sie musste unbedingt noch ein paar warme Kleidungsstücke kaufen. Sie wollte auf dieser Reise alles Alte zurücklassen, auch an Kleidung. Sie kaufte sich so selten etwas, aber jetzt, mit der Reise in Aussicht, hatte sie richtig Lust darauf. In dem kleinen Einkaufszentrum ihrer Stadt war alles weihnachtlich geschmückt und der Duft von Kaffee und den ganzen Weihnachtsbäckerei - Düften, lud zum längeren verweilen an. Tanja hielt ihr gerade einen eisblauen Schneeanzug entgegen. „Schau mal Maddy, der würde dir sicher super stehen!“ Maddy griff zu dem Bügel mit dem Anzug, den Tanja ihr lächelnd reichte. Oh ja, der war wirklich wunderschön. Ganz in eisblau gehalten und mit weißen Fell abgesetzt. Und genau in Maddys Größe. „Den nehmen wir!“ rief Maddy übermütig.Keine Sekunde hatte sie heute an Jens gedacht. Viel zu aufgeregt war sie wegen dieser sonderbaren Reise. Wahrscheinlich würde sie nie rausbekommen, wenn sie diese nun zu verdanken hatte. Das meinte sie nun auch grade zu Tanja, als sie eine Shopping Pause machten und in einem Cafe vor ihrem heißen Kakao saßen. Tanja zwinkerte ihr darauf zu und meinte lachend,:“ Wer weiß, vielleicht war es ja der Weihnachtsmann selbst?“

„ So ein Quatsch!“ lachte Maddy. Tanja fischte sich einen Marshmallow aus ihrem Kakao und steckte ihn sich genüsslich in den Mund. „ Ist das nicht eine herrliche Sünde?“ schwärmte sie. Lachend schaute Maddy Tanja von oben bis unten an. Da war wirklich kein Pfund zu viel an ihr.

„ Na, du kannst dir nun wirklich so etwas leisten, ohne von Sünde sprechen zu müssen.!“ Tanja lachte. „Warum landen wir Frauen eigentlich im Gespräch immer bei den Pfunden und Kalorien? Lass uns lieber über deine geheimnisvolle Reise sprechen. Ich wäre ja wahnsinnig gerne mit, aber ich habe nur ein paar Tage Urlaub. Leider kann ich mir das als Angestellte nicht so aussuchen wie du.“ „Ja schade“, meinte Maddy seufzend, während sie zum aufwärmen mit beiden Händen ihre Tasse umklammerte,“ wäre sicher netter zu zweit gewesen.“ Wieder zwinkerte ihr Tanja zu.“ Vielleicht bist du ja gar nicht lange allein und triffst einen feschen Junggesellen.“

Maddy winkte ab. „Du und deine romantischen Gedanken. Mein Herz ist und bleibt der Männerwelt verschlossen! Ich werde einen schönen Urlaub haben und mir einen Kindertraum erfüllen und das war es auch schon! Da müsste schon Magie mit im Spiel sein, damit ich mich nochmal verliebe!“

Der Tag mit Tanja beim shoppen war schön ,aber auch anstrengend gewesen und so fiel Maddy am Abend erschöpft auf ihre Couch. Puh, da hatte sie eine Menge Geld ausgegeben heute, aber sie gönnte sich ja sonst nicht viel. Zu dem blauen Schneeanzug waren noch ein paar neue Pullover, zwei Paar warme Hosen, eine neue Mütze, Schal und Handschuhe dazu gekommen. Auch ein paar hübsche weiße Winterstiefel hatte sie sich noch gegönnt. Und da sie der Meinung war, dass sich das ganze neue Zeug nicht so gut in ihrem alten verschlissenen Koffer machte, gab auch da noch einen Neuen. Morgen wollte sie alles packen und übermorgen würde sie Tanja dann zum Flughafen fahren. Das Abenteuer konnte beginnen!

 

 

 

 

Am Tag der Abreise dann trafen Maddy und Tanja frühzeitig am Flughafen ein und hatten auch keine Probleme das zurückgelegte Ticket zu bekommen. Jedoch verspätete sich der Flug eine Stunde, da es nochmal geschneit hatte und die Flugzeuge enteist werden mussten. Das nutzten die beiden aus, um schnell noch einen Kaffee zusammen zu trinken. Tanja war aufgeregter als Maddy selbst.

„ Ich beneide dich so Maddy,“ meinte sie nun und trank genüsslich einen Schluck ihres Milchkaffees, „ das ist alles so furchtbar aufregend!“ Maddy musste lachen. „ Du wieder. Vielleicht werde ich mich ja auch zu Tode langweilen, wer weiß das schon.“ Tanja schaute sie empört an. „ Langweilen?? Spinnst du? Nordlichter, Huskys, Rentiere, Schnee bedeckte Tannen und der Weihnachtsmann! Wie kann das langweilig werden? Jetzt sei doch nicht so negativ, Maddy!“ Maddy zuckte mit den Schultern.

„ Ach Tanja, ich habe eben einfach keine Erwartungen, dann kann ich auch nicht enttäuscht werden. Ich freue mich jetzt einfach nur darauf, dass mir Dank wem auch immer, ein Kindheitstraum erfüllt wird.“ Naja, dachte Tanja, die Sache mit Jens sitzt wohl noch tief in ihr. Sie hoffte echt für Maddy, dass sie in Finnland auf andere Gedanken kam. Ihre Maschine wurde nun für das Boarding aufgerufen.

„Passagiere des Fluges 341 Finnair nach Rovaniemi mit Zwischenstopp in Helsinki, werden gebeten sich zum Boarding Schalter im Bereich E Ebene 2 zu begeben.“ tönte es aus den Lautsprechern und nun setzte auch bei Maddy Aufregung ein. „Es geht los, Tanja.“ rief sie aufgeregt der Freundin zu und griff zu ihrem Handgepäck. Dabei blieb sie mit dem Fuß an den Schlaufen der Tasche hängen und verlor das Gleichgewicht. Tanja schrie erschrocken auf, stand aber auf der anderen Seite des Tisches und hatte somit keine Möglichkeit die fallende Maddy aufzufangen. Sie dachte nur noch, oje, hoffentlich bricht sich die Arme nicht noch was und der Urlaub fällt flach. Doch diese Angst war umsonst, denn plötzlich sprang ein junger Mann zwischen Maddy und den Boden und konnte sie gerade noch auffangen. Fest umklammerten seine sportlichen Arme Maddys Körper und während diese knallrot anlief, lachte der Fremde sie schelmisch an.

„Hoppala, da wären sie doch fast zum gefallenen Mädchen geworden..“ zwinkerte er ihr scherzend zu. Maddy war diese Sache hoch peinlich und schnell schälte sie sich aus den Armen des etwa Fünfundzwanzigjährigen ,gut aussehenden, jungen Mannes, dessen blonde Locken frech unter seiner Mütze hervor lugten. Maddy wollte nur ganz schnell weg aus dieser peinlichen Situation und reichte ihrem „Retter“ schnell die Hand. „Vielen Dank, das war ja grade nochmal gut gegangen.“ Dann wandte sie sich an Tanja. „Schnell, wir müssen uns beeilen, sonst fliegt das Flugzeug ohne mich!“ Dem jungen Mann schenkte sie, im Gegensatz zu Tanja, keinen einzigen Blitz mehr. Rasch ergriff sie ihr Handgepäck und rannte fast los. Tanja schaute sie verwundert an. „Heeeey, eine alte Frau ist kein D-Zug, geht das auch einen Gang langsamer?“ Maddy hielt kurz an und drehte sich zu ihrer Freundin um. „ Hast du eine Ahnung wie peinlich das war? Ich wollte nur raus aus dieser Situation!“ Tanja seufzte. „Und ich wette, vor lauter Peinlichkeit hast du gar nicht mitbekommen, dass ein Brad Pitt deinen Urlaub gerettet hat!“ Maddy schaute sie fragend an. „Brad Pitt? Spinnst du? Das war doch nicht Brad Pitt!“ Tanja musste lachen. „Ach Maddy, manchmal bist du so herrlich süß schwer von cape. Natürlich war das nicht Brad Pitt, allerdings hätte er gut und gerne ein Bruder von ihm sein können. Aber ja, ich weiß, du bist ja für so was blind seit Neuesten, ich gebe es auf.“

Maddy murmelte nur was unverständliches und zog Pass und Bordkarte aus ihrer Handtasche. Dann umarmte sie ihre Freundin. „Mach es gut Tanja, ich melde mich.“ Tanja wischte sich verstohlen eine Träne aus den Augen und küsste Maddy auf beide Wangen. „ Auf Wiedersehen, meine Süße und passe gut auf dich auf. Bitte rufe mich von Helsinki aus an; dass du gut angekommen bist und später dann aus Rovaniemi.“ Maddy versprach es und ,nun doch mit wackeligen Knien, ging sie aufgeregt durch die Kontrolle. Einmal noch drehte sie sich um und winkte Tanja zum Abschied noch einmal zurück. Kurz wurde sie nachdenklich. Das war der erste Urlaub ihres Lebens, den sie alleine unternahm. Was sie wohl in Santa Claus Holiday Village erwartete?