Ausgerechnet kurz vor Weihnachten erwischt Maddy ihren Freund in den Armen einer Anderen. Es zerbricht ihr das Herz und die ganze Weihnachtsstimmung ist hin. Tränen, Liebesfilme, die Couch und Weihnachtsgebäck ist alles, was ihr geblieben ist. Doch plötzlich kommt da dieser Brief, der Maddy mitteilt, dass sie einen Kurzurlaub in Finnland in der Weihnachtsstadt Santa Claus Holiday Village gewonnen hat. Da wollte sie doch schon immer hin! Das Sonderbare an der Sache jedoch war, Maddy hatte niemals an einem Gewinnspiel teilgenommen! Eine magische Geschichte über den Glauben an die Liebe. VÖ Ende 2021

 

Brr, war das kalt! Maddy ärgerte sich nun doch, nicht mit dem Auto zum einkaufen gefahren zu sein. Doch sie liebte es einfach in der Vorweihnachtszeit durch die hell erleuchtete, geschmückte Stadt zu laufen. Sie liebte das kleine Städtchen indem sie wohnte, die Altstadt mit ihren herrlichen Fachwerkhäusern, den Marktplatz, auf dem jetzt ein riesiger Weihnachtsbaum stand und dass hier jeder jeden kannte. Hier wurde sie vor sechsundzwanzig Jahren geboren, hier lebte und arbeitete sie. Jens dagegen hielt gar nichts davon im Taunus zu versauern, er liebte die Großstadt, wollte Karriere machen und arbeitete in einer Bank im nahe gelegenen Frankfurt. „Du kommst hier doch keinen Schritt weiter!“ warf ihr Verlobter ihr damals kopfschüttelnd zu, als Maddy seine Bitte nach Frankfurt zu ziehen, rigoros ablehnte. Er konnte einfach nicht verstehen, warum ein begabter Mensch wie Maddy, nicht die Möglichkeiten einer Großstadt ausschöpfte. Doch Maddy schaute ihn nur traurig an. Verstand er sie denn nicht? Er liebte sie doch und müsste doch wissen, wie verloren sie sich in so einer großen Stadt fühlen würde, wie sehr sie die Hektik in der Main Metropole Abstoß. Irgendwann hörte Jens auf sie zu drängen. Wenn wir erst mal verheiratet sind, wird sie wohl zu mir ziehen müssen! dachte er selbstsicher, und so verbrachte er jedes Wochenende bei Maddy. Und genau dieses stand vor der Tür und da Maddy beim nach Hause kommen einen leeren Kühlschrank vorfand , wollte sie diesen schnell noch auffüllen. Leise fielen nun erste Schneeflocken auf ihre schwarze Mütze, unter der an der Stirn ihr braunes lockiges Haar vorlaut hervorlugte. Trotz dass sie fröstelte, freute Maddy sich wie ein kleines Kind über den ersten Schnee! Kurz blieb sie stehen um ihre Handschuhe aus ihren Manteltaschen hervor zu holen. So, nun ließen sich die Einkaufstüten besser tragen. Sie wollte Jens mit knusprigen Gänsekeulen überraschen und voller Vorfreude auf seinen Besuch, streckte sie verspielt ihre Zunge hinaus um eine Schneeflocke aufzufangen. Kurz lachte sie auf, als sie das kalte Nass auf ihrer Zunge spürte, denn in Gedanken hörte sie wieder die Stimme von Jens, der jetzt sicher gesagt hätte, so benimmt sich keine Erwachsene Frau. Ihr grünen Augen suchten nun den Schlüssel in ihrer Handtasche.Nachdem sie ihn gefunden hatte, schloss sie halb erfroren die Tür des dreistöckigen Hauses auf, in dem sie eine gemütliche Zweizimmerwohnung bewohnte. Rasch stellte sie die Tüten ab und zog ihre Handschuhe aus. Aus dem Spiegel ihrer Flur Garderobe schaute ihr ein hübsches, junges Gesicht, mit von der Kälte geröteten Wangen entgegen. Maddy streckte sich selber die Zunge heraus, furchtbar, dachte sie, ich sehe aus wie Mrs. Santa Claus persönlich. Sie hängte ihre Mütze an den Haken, überlegte es sich dann aber doch anders und legte sie lieber samt den nassen Handschuhen auf die Heizung.Dann ging sie in die Küche und packte die Tüten aus, würzte die Gänsekeulen und schob sie in den Backofen. So,dachte sie, nun aber ab unter die Dusche. Sie schaute kurz auf ihre Armbanduhr. In zwei Stunden sollte Jens da sein und sie wollte sich heute für ihn besonders schön machen. In großer Vorfreude ging sie ins Bad und übersah dabei das blinkende rote Licht des Anrufbeantworters.

 

 

Eine halbe Stunde später pinselte sie gerade die dufteten Gänsekeulen mit Honig und Sojasoße ein, als im Wohnzimmer das Telefon klingelte. Jetzt, wo ihr Handy kaputt war und sie auf das Neue wartete, war sie froh, das Haustelefon nicht abgeschafft zu haben. Nun sah sie auch das Licht am Anrufbeantworter. Huch, dachte sie als sie den Hörer abnahm, das habe ich übersehen.“ Winter,“ meldete sie sich und leckte sich schnell den leicht klebrigen Finger ab. Am anderen Ende der Leitung erkannte sie die Stimme von Jens. „ Hast du nicht den Anrufbeantworter abgehört?“ Irgendwie kam Maddy seine Stimme leicht genervt vor und sie fragte sich, warum er eigentlich noch nicht unterwegs ist.“Nein, Schatz. Das habe ich ganz übersehen. Bist du denn noch nicht unterwegs? Das Essen ist jeden Moment fertig.“ In der Leitung war es kurz still, dann hörte sie ein Räuspern, bevor Jens antwortete, :“ Das tut mir jetzt aber leid, Liebling. Darum hatte ich dir auf den Anrufbeantworter gesprochen, damit du dir nicht noch großen Stress machst, obwohl ich nicht kommen kann.“ „ Du kannst nicht kommen?“ fragte Maddy traurig. Enttäuschung lag in ihrer Stimme, hatte sie sich doch die ganze Woche auf sein Kommen gefreut. Gerade jetzt in der kuscheligen Vorweihnachtszeit war es doch viel schöner, diese mit einem geliebten Menschen zu verbringen.

Abermals räusperte Jens sich. „ Tut mir leid, Maddy. Mein Chef hat Kranauer und mich über das Wochenende in sein Hütte in der Schweiz eingeladen. Er möchte dort etwas Wichtiges mit uns besprechen. Ich glaube es geht um eine Beförderung.Verstehe bitte, dass ich das nicht absagen konnte.“ Nun musste Maddy ihre Tränen zurück halten. Klar, seine Arbeit war wichtiger als sie. Ist ja auch egal, dass heute der 3. Jahrestag ihres Kennenlernens ist. Sie musste immer alles verstehen was er tat. Aber er? Verstand er auch sie? „Maddy?,“ fragte er nun, als keine Antwort kam,“ alles ok? Es tut mir echt leid, wir holen das nach, Liebling.“ „Ja, weißt du denn gar nicht, was heute für ein Tag ist, Jens? Ich wollte es uns ganz besonders schön machen, im Ofen brutzeln zwei Gänsekeulen vor sich hin, der Wein steht kalt und ich habe mir für diesen besonderen Tag sogar ein neues Kleid gekauft !“ Vor ihr stand ein Foto , auf dem sie und Jens verliebt tobend im Schnee zu sehen waren. Es war zur Zeit ihres Kennenlernens aufgenommen und Maddy verliebte sich sofort in den großen, dunkelhaarigen Mann, mit den strahlend blauen Augen, der soviel Selbstbewusstsein ausstrahlte. Jens dachte kurz nach, dann fiel bei ihm der Groschen. Der dritte Jahrestag! Doch schon nur diese kurze Pause zeigte Maddy, dass er es vergessen hatte. „ Du hast es vergessen!“ jetzt verließ doch leise eine Träne ihre Augenwinkel. Jens versuchte sie zu beruhigen und wieder kam es Maddy so vor, als wäre er furchtbar genervt. „Liebling, das ist doch kein Weltuntergang! Du weißt doch, dass Männer das nicht so haben mit Jahrestagen und dass Frauen so etwas viel ernster nehmen. Also beruhige dich doch bitte und benehme dich jetzt nicht wie ein kleines Kind!“ Er bemerkte gar nicht, wie er Maddy mit jedem Wort noch ein bisschen mehr weh tat. Und weil es so weh tat, beendete Maddy das Gespräch auch ziemlich schnell. An der Tatsache, dass Jens nicht kommen konnte, würde sowieso nichts dran zu rütteln sein. Maddy wusste ja, dass seine Karriere an erster Stelle stand. Für Maddy selbst jedoch, stand immer zuerst der geliebte Mensch an erster Stelle. Manchmal fragte sie sich, ob sie nicht in ihrer Beziehung viel mehr gab, als dass sie zurück bekam. Aber dann verwarf sie solche Gedanken wieder ganz schnell. Jens arbeitete viel und hart, da sollte sie ihn unterstützen und nicht solch dumme Gedanken haben. Traurig machte es sie trotzdem und diese Traurigkeit konnte sie auch jetzt nicht in ihrer Stimme verstecken, als sie sich von Jens verabschiedete. Jens wiederholte noch einmal wie leid ihm alles tat, bevor auch er auflegte. „Hat sie es geschluckt?“ fragte hinter ihm eine verführerische Stimme. Jens fühlte sich nicht ganz wohl als er antwortete,“Ich glaube schon. Aber sie war sehr traurig. Ich muss ihr endlich mal die Wahrheit sagen.“ Angela trat zu ihm hin und küsste zärtlich seinen Hals. „Ja Baby, das solltest du. Ich habe dieses Versteckspiel auch langsam satt.“

                                                                              Mit freundlicher Genehmigung von Santa Clause Holiday Village